Kunst aus dem 3D-Drucker

Im September erreichte uns eine eher ungewöhnliche Anfrage für ein 3D-gedrucktes Bauteil. Während normalerweise Funktionsteile und Prototypen im Fokus stehen, hatte der Künstler Christopher Hopp eine ganz andere Idee.

Es sollte eine Skulptur aus dem 3D-Drucker hergestellt werden. Christopher Hopp, Jahrgang 1984, kommt von der Graffiti und Street Art, deren Einfluss sich vorwiegend in der Wahl seiner Farbpalette zeigt. Es sind plakativ starke, dynamische Farben, die er mit einem ausgeprägten Sinn für die ästhetische Ausdruckskraft auf die Leinwand bringt. In seinen Bildern verbinden und durchdringen sich Farben in einem faszinierenden und harmonisch ausgewogenem Wechselspiel von großer Leuchtkraft. (https://blackgallery.art/christopher-hopp.html).

Die Bright Testing GmbH hat ihren Fokus normalerweise in den Bereichen Prüftechnik, Montagetechnik und Elektronik. Um auch den Bereich additive Fertigung abdecken zu können, wurde deshalb die AM Pioneers GmbH als Tochtergesellschaft gegründet. Das Geschäftsfeld der AM Pioneers erstreckt sich über den Vertrieb von industriellen 3D-Druck Systemen, dem Engineering im Bereich additiver Fertigung, sowie der Produktion von Prototypen und Kleinserien. Neben dem klassischen FDM-Druck und dem kontinuierlichen Faserdruck, kann mittlerweile auf den Systemen von Desktop Metal auch Edelstahl in industrieller Qualität gedruckt werden.

Nach Auftragseingang musste zuerst ein geeignetes CAD Modell gefunden werden, welches die Basis für jedes 3D-gedruckte Bauteil bildet. Um das Modell auf gängigen 3D-Druckern herstellen zu können, muss dieses in einem sogenannten Slicer vorbereitet werden. Diese Software erstellt ein Modell, welches vom 3D-Drucker Schicht für Schicht aufgebaut wird.

Um die optimalen Parameter für den Druckprozess zu definieren, benötigt es einiges an Expertise. So müssen beispielsweise die Schichthöhe, die Düsentemperatur und die Druckgeschwindigkeit definiert werden. Mindestens genauso entscheidend für die Qualität des Bauteils ist die Ausrichtung des Modells während des Druckprozesses. Beim 3D-Druck muss stets ein Kompromiss zwischen Bauteilqualität und Druckgeschwindigkeit gefunden werden. Für die Herstellung der Skulptur lag der Fokus bei der Herstellung dementsprechend mehr auf der Oberflächenqualität als auf der Geschwindigkeit. Nachdem das Bauteil fertig gedruckt wurde, mussten noch kleinere Nacharbeiten wie die Entfernung der Stützstrukturen, dem sogenannten Support, durchgeführt werden.

An dieser Stelle wurde das Bauteil dem Künstler Christopher Hopp zur weiteren Bearbeitung übergeben. Um dem Bauteil den letzten Feinschliff zu verpassen, musste dieses noch sandgestrahlt und anschließend lackiert werden. Die fertige Skulptur wurde in der Blackgallery, der Plattform des Künstlers,  ausgestellt.  Das Gesamtergebnis zeigt, dass die Technik des 3D Drucks durchaus auch für die Herstellung von optisch ansprechenden Bauteilen geeignet ist.